OLTRARNO (stadttour 2) in Florenz
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Das Viertel Santo Spirito - Von der Porta Romana bis zur Brücke Santa Trinita Die antike Fahne der Peitsche. Diese
Tour schlängelt sich entlang der Straßenachse
zwischen Porta Romana und Piazza
Frescobaldi; wir werden
dabei die antiken Straßen der Gonfaloni (Fahnen) des
Oltrarno (linke Seite des Arnos) entlanggehen. Der Gonfalone
Ferza (Peitsche) schloß eine weite Fläche innerhalb
der Stadtmauer mit ein: von der Porta Romana |
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Auf der Seite der Via dei Serragli erblickt man die
Kirche von San Giusto della Calza und das Kloster, einst
der "Ingesuati" genannt, mit dem Speisesaal, der 1514 von
Franciabigio bemalt wurde. Betreten wir nun Via Romana, die immer noch eine gewisse Lebendigkeit beibehält, dank der Händler und Handwerker, die hier ihre Werkstätten haben. Dann erreichen wir die Serumido-Kirche, die sich an dem Ort befindet, an dem früher San Pier Gattolino stand. Die Kirche ist so in Erinnerung an einen großmütigen Handwerker benannt worden, der an ihrem Wiederaufbau Ende des fünfzehnten Jahrhunderts mitwirkte. Seitlich befindet sich die weitläufige neoklassische Loggia des reizvollen Gartens, englischen Stils, mit dem Namen Corsi, später in Scarselli umbenannt. Weiter vorne, immer auf der linken Seite der Straße, befindet sich das "Casa di Annalena" (Haus der Witwe des Baldaccio, Truppenführer und Sieger der Schlacht bei Anghiari) mit den Räumen des antiken Klosters, die in Wohnungen umgewandelt sind. Eine Baumschule für Schmuckpflanzen stellt ein weiteres wichtiges Beispiel für die handwerkliche Produktion des Viertels dar. Jetzt erreichen wir die reizvolle Via Santa Maria, in der, Anfang des achtzehnten Jahrhunderts, das Goldoni-Theater in neoklassischem Stil errichtet wurde, das nach einer langdauernden Renovierung wieder benutzbar ist. Gehen wir nun in die Via delle Caldaie, um die Piazza Santo Spirito zu erreichen. Dabei überqueren wir Via del Campuccio und Via della Chiesa. Diese lange Querstraße des Arnos ist voller Werkstätten und verschiedener handwerklicher Aktivitäten. Die Kreuzung zwischen Via delle Caldaie und Piazza Santo Spirito wird "Canto dei Dati" genannt, nach dem Namen der Familie, die für ihre blühenden Geschäfte und ihre religiösen Hilfstaten bekannt war. |
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An der gegenüberliegenden Kreuzung,
zwischen Piazza Santo Spirito und Via Mazzetta, ragt der
aristokratische Palazzo Guadagni mit seinen schlichten
Fassaden und hohem Bogengang hervor; dieser wurde von dal
Cronaca für die Familie Dei Anfang des fünfzehnten
Jahrhunderts bemalt. Gehen wir nun ein kurzes Stück
diese Straße entlang, bis zur Seitenfassade der Kirche
von San Felice, und biegen dann nach links in den Borgo
Tegolaio ein. Der Name sagt uns, daß sich hier die
Brennöfen des florentinischen "cotto" (Backstein)
befanden, während heute hauptsächlich das Handwerk
der Holzbearbeitung ausgeübt wird. Im Florenz des vierzehnten Jahrhunderts beschäftigten sich viele Werkstätten mit der Herstellung und der Dekoration der Mitgifttruhen; viele Künstler und Architekten waren so auch Holzschnitzer. Noch heute bieten die Handwerker in Borgo Tegolaio und Umgebung sowohl die Renovierung von antiken Möbeln, als auch die handgefertigte Herstellung von wertvollen Stilmöbeln an. Wenn man die Via del Presto di San Martino weitergeht, kann man auf der einen Seite den Blick auf die rechte Fassade der Basilika Santo Spirito genießen und auf der anderen Seite einige der geschicktesten Möbelrenovierer und Kupferbearbeiter begegnen. Auf der, von Bäumen beschattenen Piazza Santo Spirito, dort, wo das "stolze Florenz seinen ganzen Hochmut vergißt", erhebt sich in eindrucksvoller Weise die Augustiner-Kirche Santo Spirito, deren Bau auf die Mitte des zwölften Jahrhunderts zurückgeht. Im darauffolgenden Jahrhundert wurde sie erweitert und dann, in der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts, nach der Skizze des Brunelleschi wiedererbaut. Die nackte Fassade aus dem siebzehnten Jahrhundert mit dem schablonenartigem Umriß, bewegte viele Künstler dazu, kreative Anregungen zu erstellen, deren phantasiereiche Darstellungen heute die Räume eines Cafes des Platzes ausschmücken. |
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Der Innenraum der Kirche ist würdevoll, feierlich,
mit einem fortlaufenden Säulengang aus toskanischem
Stein, der sich um den Hauptaltar, die Kirchenschiffe,
die Transepte und die Apsis entlangwindet. Brunelleschi
zeichnete die Kirche um 1444, aber sie wurde nicht von
seinen Nachfolgern nach seinem höchst innovativem
Schema zu Ende geführt. Der Umfang ist von 38 halbkreisförmigen
Seitenkapellen unterbrochen; diese Kapellen enthalten eine
richtige Pinakothek: Altarbilder, Antependien und Skulpuren,
zum größten Teil aus dem XV und XVI Jahrhundert.
Unterhalb der Kuppel, von Brunelleschi gezeichnet und von
Salvi d'Andrea ausgeführt, befindet sich die marmorne
Abgrenzung des Hauptaltars, ein barockes Werk des Giovanni
Caccini, an sich wertvoll, aber in Dissonanz mit dem Architekturstil
des vierzehnten Jahrhunderts. Von großem Interesse
ist die Vorhalle mit Tonnengewölbe und die Sakristei,
beide von Giuliano da Sangallo gezeichnet. Wenn man aus der Kirche auf den Platz tritt, zieht der Glockenturm des Baccio d'Agnolo, hoher und robuster Wachturm des Oltrarno, die Aufmerksamkeit auf sich. Im Refektorium mit Hängeboden aus dem dreizehnten Jahrhundert ist noch ein Fragment des "Letzten Abendmahls" des Andrea Orcagna zu sehen; hier befindet sich das Museum der Fondazione Romana. Auf dem Platz befinden sich außerdem zahlreiche Lokale und Werkstätten, vor allem Huthersteller. Von der Via Sant'Agostino begeben wir uns nun in Richtung Via dei Serragli und gehen Via Maffia entlang. So erreichen wir Via Santo Spirito. An der Kreuzung mit Via dei Serragli wurde im sechzehnten Jahrhundert der riesige Palazzo Pecori- Rinuccini erbaut, in dem sich Werke des Ticciati und des Zocchi, ein hübsches "boudoir" aus dem siebzehnten Jahrhundert und ein entzückendes Theater aus dem achzehnten Jahrhundert befinden. |
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![]() Ponte Santa Trinita |
In einem der Gebäude, die sich
auf der anderen Seite der Straße befinden, wurde
Francesco Ferrucci geboren, der Held der letzten Florentinischen
Republik, der bei Gavinana umkam (1530). Diese Straße wurde stets von Diplomaten, Künstlern und russischen, deutschen und vor allem englischen Intellektuellen bevorzugt. Neben den Herrschaftshäusern der Machiavelli, der Vettori, der Manetti, der Pitti-Bocciolini, finden wir den Palazzo Frescobaldi, der sich damit rühmt, einen kleinen Balkon, "coretto", zu haben, von dem aus man den Innenraum der Santo Spirito Kirche sieht. Entlang der Straße befinden sich eine Reihe von Werkstätten und Läden verschiedener Art, aber vor allem Antiquitätengeschäfte. Dem Besucher, der etwas mehr Zeit hat, können auch die Werkstätte der Handwerker interessieren, die Etuis und Schachteln aus Leder herstellen, sowie auch die Silberbearbeiter und Holzdekorateure. Der Besucher darf auch das Schauspiel des zauberhaften Gartens, der sich in seiner ganzen Helligkeit hinter den Palazzi Frescobaldi und Manetti und seitlich der Apsis und des Glockenturms von Santo Spirito ausbreitet, nicht verlieren. Am Ende der Tour finden wir in Piazza Frescobaldi die üblichen Abbilder der mediceischen Großherzöge auf der dekorativen Fassade aus dem sechzehnten Jahrhundert des Palazzo della Missione, der im achzehnten Jahrhundert Sitz des Marine-Ministeriums wurde (1865-1871). Am Anfang der Brücke, die 1557 von Ammannati erbaut wurde, befinden sich noch die originalen Statuen des "Autunno" (Herbsts) von Caccini und des "Inverno" (Winters) des Landini. Die michelangelo-artige Brücke, die von Lapini 1570 als "schön, vage und ausgelassen" bezeichnet wurde, wurde 1944 zerstört und 1958 wiedererbaut. Man kann sie heute in ihrer harmonischen Linee und dem Original treu bewundern. |
DOWNLOAD Oltrarno.pdf (1797 kb)
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An der gegenüberliegenden Kreuzung,
zwischen Piazza Santo Spirito und Via Mazzetta, ragt der
aristokratische Palazzo Guadagni mit seinen schlichten
Fassaden und hohem Bogengang hervor; dieser wurde von dal
Cronaca für die Familie Dei Anfang des fünfzehnten
Jahrhunderts bemalt. Gehen wir nun ein kurzes Stück
diese Straße entlang, bis zur Seitenfassade der Kirche
von San Felice, und biegen dann nach links in den Borgo
Tegolaio ein. Der Name sagt uns, daß sich hier die
Brennöfen des florentinischen "cotto" (Backstein)
befanden, während heute hauptsächlich das Handwerk
der Holzbearbeitung ausgeübt wird. 


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