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AUSFLÜGE rund um Florenz

Von Florenz aus, lassen sich viele verschiedene, sehr schöne Wochenendausflüge in die Toskana organisieren. Aber auch Tagesausflüge lassen sich wunderbar planen, da die meisten Ziele nicht weiter als 1,5 Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln entfernt liegen.

LUCCA

Excursions around Florence: LuccaLucca, die "Stadt der hundert Kirchen", ehemals durch die Seidenproduktion und das Bankwesen reich geworden, ist heute ein landwirtschaftliches Handels- und Industriezentrum. Die Provinzhauptstadt Lucca (92.000 Einwohner) liegt inmitten einer fruchtbaren Landschaft, zwischen den südlichen Ausläufern der Apuanischen Alpen und dem Berg Monte Pisano. Ein Wahrzeichen ist sicherlich der vollständig erhaltene Festungsgürtel mit seiner breiten Baumallee, der einzigartig in der Toskana ist. Die Stadtmauer lässt sich leicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad umrunden und bietet einen herrlichen Einblick in die verschiedenen Stadtviertel. Im Inneren der Backsteinmauer befindet sich ein vollkommen intaktes Zentrum.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Piazza dell'Anfiteatro, die Häuser wurden hier auf den Resten eines antiken römischen Amphitheaters erbaut. Ein anderes Highlight ist der Palazzo Ducale, in dem Maria Luisa von Borbone und Elisa Bonaparte lebten und wo Gerüchten zufolge auch Napoleon genächtigt haben soll. Das zweite große Wahrzeichen Luccas ist der Torre Guinigi, mit seinem grünen Baumdach, von dem aus man eine herrliche Aussicht über die Stadt genießen kann.


AREZZO

Excursions around Florence: ArezzoArezzo, liegt ca. 80 km südöstlich von Florenz und erhebt sich auf einem Hügel. Am höchsten Punkt stehen der Dom und die Medici-Festung. In Arezzo findet man Spuren verschiedener Kulturen und Traditionen: etruskische, römsiche und mittelalterliche. Petrarca, Piero della Francesca, Luca Signorelli, Giorgio Vasari wurden hier geboren und man kann den berühmten Freskenzyklus der Kreuzlegende von Piero della Francesca bewundern. Es sind die Fresken die Juliette Binoche in dem Film "Der englische Patient" zu sehen bekam.
Arezzo (ca. 95.000 Einwohner) lebt traditionell von der Schmuck- und Möbel-Herstellung sowie von der Landwirtschaft. Die Produktion von Goldschmuck ist heute der wichtigste Industriezweig. Da Arezzo abseits der großen Touristenzentren liegt, konnte die Stadt ihren eigenen Charakter und Charme bewahren. In Italien ist Arezzo in erster Linie für seine monatlichen Antiquitätenmärkte auf der schönen Piazza Grande und in den umliegenden Gassen berühmt. Am beliebtesten ist der Markt im September, wenn gleichzeitig auf der Piazza Grande die Giostra del Sarancino, ein historischer Wettkampf stattfindet.
Ein Besuch dieser Region ermöglicht neben der küntlerischen, architektonischen und religiösen Schönheit Arezzos, auch die vielen kleinen mittelalterlichen Dörfer dieser Gegend zu entdecken.
Mit dem (Miet)-Auto kann man der Weinstrasse folgen: über 200 km durch die verschiedensten Weinanbaugebiete: Chianti DOCG, Chianti Colli Aretini DOCG, Colli Etruria Centrale DOC, Valdichiana DOC und Cortona DOC genauso wie den Vin Santo. Man sieht unzählige Weinberge, Oliven Haine, Zypressen und Kastanien.


SIENA

Excursions around Florence: SienaSiena, Bereits aus der Ferne erblickt man die Silhouette der Stadt mit ihren spitzen Türmen. Siena war einst der größte Rivale der Stadt Florenz betreffend Politik und Kunst und ist auch heute noch nach Florenz das bedeutendste Kunstzentrum der Toskana. Währen Florenz eine Stadt der Renaissance ist, gilt Siena als die gotische Stadt schlechthin. Wenn man durch die engen Gassen der Altstadt schlendert kann man die Früchte dieser Rivalität bewundern. Der Piazza del Campo, der wohl berühmteste Platz der Toskana und einer der schönsten Italiens, ist muschelförmig in einer natürlichen Senke angelegt. Bei einem Stadtrundgang geht es immer auf und ab und immer wieder gelangt man wie magisch angezogen in das Herz der Stadt, den Campo. Zweimal jährlich findet hier der Palio delle Contrade statt, ein historisches Pferderennen, bei dem die verschiedenen Stadtteile, die Contrade, gegeneinander antreten. Im angrenzenden Palazzo Pubblico, dem Rathaus, kann man die Fresken der Künstler Simone Martini und Lorenzetti bewundern. Ursprünglich bestand es nur aus einem dreistöckigen Mittelbau, das Obergeschoss, die Seitenflügel und der Turm "Torre del Mangia", das Wahrzeichen der Stadt, wurden später (um 1305 - 1344) hinzugefügt. Obwohl er an der niedrigsten Stelle der Stadt steht, überragt er mit 102 Meter alle anderen Türme und man kann eine herrliche Aussicht über die Stadt und die Landschaft geniessen.
Von hier aus ist es nur ein Katzensprung zum weiß-grün gestreiften Dom, der an der höchsten Stelle der Stadt im 13. Jahrhundert gebaut wurde. Der Innenraum ist ein riesengroßes Museum inmitten eines Säulenwaldes. Ab 1297 entstanden die Skulpturen von Giovanni Pisano an der Fassade. Von 1266-68 konstruierten Nicola Pisano und seine Gehilfen (darunter sein Sohn Giovanni) die Kanzel, welche eine der vier berühmtesten Kanzeln der Pisani ist. Das Museum "Museo dell'Opera Metropolitana" sollte man besuchen, da es das wichtigste Gemälde der Sieneser Schule beherbergt: das große Tafelgemälde der Maestà von Duccio di Buoninsegna. Es wurde für den Hochaltar im Dom angefertigt und blieb dort bis 1505.
Ein kulinarisches Highlight, was man auf keinen Fall verpassen sollte ist der Panforte, ein Mandel-Nuß-Gewürz-Kuchen, den man im Laufe des Tages in einer der vielen "Pasticceria" (=Konditorei) unbedingt mit einem Capuccino probieren sollte.


PIENZA - MONTEPULCIANO - SAN GIMINIANO

Excursions around Florence: MontepulcianoDie Geschichte der Stadt Pienza, der mit 2.400 Einwohnern kleinsten Stadt der südlichen Toskana, ist eng verbunden mit Papst Pius II, einem sehr gebildeten Kirchenfürsten, der hier (damals Corsignano) 1405 geboren wurde. Nach seiner Wahl zum Papst plante er, seinen Geburtsort zum Zentrum der südlichen Toskana auszubauen und zwar unter den städtebaulichen Idealvorstellungen der Renaissance. Die Stadt ist berühmt für ihren Schafskäse, den Pecorino di Pienza.

Das Stadtbild von Montepulciano strahlt, wie auch Pienza, mit seinem würdevollen Renaissancecharakter der sich in den zahlreichen Adelspalästen entlang der steilen Gassen wiederspiegelt. Die historische Altstadt ist als Fußgängerzone ausgewiesen, und es ist ratsam außerhalb der Stadtmauern zu parken. Neben dem Chianti und Brunello ist der Vino Nobile di Montepulciano einer der bekanntesten toskanischen Weine. In zahlreichen Weinkellern kann der Wein verkostet und gekauft werden.

Völlig unerwartet steigt über dem Hügelland die Silhouette San Gimignanos auf. Die reichen, rivalisierenden Familien errichteten diese Türme und Turmpaläste aus Verteidigungs- aber auch aus Prestigegründen. Je höher der Turm, desto größer war das Ansehen der Familie. Von ehemals 72 Türmen sind heute nur noch 13 übrig geblieben. Der Ort steht auf der UNESCO-Liste der schützenswerten historischen Städte-Ensembles und konnte deshalb gründlich restauriert werden.


PISA

Excursions around Florence: MontepulcianoDieWahrscheinlich geht die Gründung der ursprünglich am Meer gelegenen Stadt Pisa auf die Etrusker zurück. Als römische Kolonie ab 180 v. Chr. entwickelte sie sich zu einem wichtigen Flottenstützpunkt. Der eigentliche Aufstieg begann aber erst während der langen Kämpfe mit den Sarazenen (muslimische Araber). Aus der Lagunenstadt wurde eine der mächtigsten Seerepubliken (Repubblica Marinara). In dieser Zeit eroberte Pisa auch Sardinien, Korsika und einige der Balearen und hatte nannte Kolonien in Nordafrika, Südspanien und Kleinasien sein eigen.
Als freie Seerepublik hatte Pisa zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert einen wirtschaftlichen Höhepunkt. Aus dieser Zeit stammen der weltberühmte schiefe Turm und die anderen außergewöhnlichen Baudenkmäler auf der Piazza dei Miracoli (Platz der Wunder), die Pisa zu einer bedeutenden Kunststadt in der Toskana machen.
Im 13. Jahrhundert begann der Hafen zusehends zu versanden. Im Jahre 1284 gelang es Genua Pisa zu schlagen, und 1406 unterlag Pisa ihrer Erzrivalin Florenz.
Während in Florenz mehrere berühmte Ecken und Plätze die Besucher anlocken, strömen die Touristen hier nur auf den "Platz der Wunder". Zu unrecht, denn das nahezu touristenfreie Zentrum der alten Universitätsstadt (1542) mit seinen verwinkelten Gassen und Plätzen ist sowohl tagsüber als auch nachts mehr als einen Spaziergang wert.

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